AGA - Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH
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Orbker Straße 75
32758 Detmold
Tel. +49 (0)5231 9662-22
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E-Mail: fillies@aga-detmold.de
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Datum 03 / 2012
Mandant AGA - Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH
Kategorie Presse-Information
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aand1201_b1: Logo der Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA) – Grafik: AGA
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aand1201_b2: Die AGA wird 25: AGA-Gelände an der Orbker Straße 75 in Detmold. Foto: Thorsten Arendt, Münster
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aand1203_b4: AGA-Geschäftsführer Jens Fillies (links) mit zwei Beschäftigten des Bereichs Industriemontagen (Mitte: Monika Dämmrich, rechts: Heinz Kerner) – Foto: Thorsten Arendt, Münster
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aand1203_b3: Luftansicht des AGA-Geländes mit Recyclinghof an der Orbker Straße 75 in Detmold. – Foto: AGA
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Erfolgreiche Integration durch Arbeit
Die AGA gGmbH in Detmold wird 25 Jahre alt

Sie ist eine der ältesten Integrationsunternehmen am Markt und hat viele Höhen und Tiefen erlebt: Seit 1987 begleitet die Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA), Detmold, Jugendliche und Erwachsene auf dem Weg in bzw. zurück in den Arbeitsmarkt. Hier sind vorwiegend Menschen beschäftigt, die sonst wegen Behinderungen, psychischer Probleme oder Langzeitarbeitslosigkeit kaum eine Chance hätten – obwohl sie gute Arbeit leisten können. In diesem Jahr wird die AGA mit einem großen Festakt am 15. Juni ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Die Botschaft auch hier: Sie wird mehr denn je gebraucht. Da die Fallzahlen psychischer Erkrankungen im Arbeitsleben stetig steigen, ist das Engagement der AGA aktuell wie nie.

Die weißen LKWs mit dem Logo „AGA - Integration durch Arbeit“ sind auf den lippischen Straßen längst ein vertrautes Bild: Seit 1996 liegt die Sperrmüllabfuhr des Kreises Lippe in den bewährten Händen des Teams der Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH, kurz AGA. 350.000 Kunden können sich jeden Tag auf die reibungslose Abfuhr, Verwertung und Entsorgung ihres Sperrguts verlassen. Doch das ist nur ein Baustein des Serviceangebots der Arbeitsgemeinschaft. Neben dem Recyclinghof an der Orkber Straße – offiziell von der DEKRA als Entsorgungsfachbetrieb anerkannt – ist die AGA mit zertifizierten Industriemontagen als Dienstleister für Kunden im Bereich der elektronischen Verbindungstechnik tätig. Das Angebot reicht von der Kabelfertigung und der Leichtmontage von Bauteilen für die Prozessregelung bis hin zur Konfektionierung.

Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es zudem den Betriebsbereich Umweltprojekte. Derzeit hilft die AGA bei der Renaturierung von Gewässern im Projekt „Wasser im Fluss“. Die gemeinnützige GmbH spielt damit nicht nur sozial und wirtschaftlich, sondern auch ökologisch eine bedeutsame Rolle im Kreis Lippe. Unterstützt wird die AGA in ihrer Arbeit durch Partner wie das Integrationsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, den Kreis Lippe, alle lippischen Städte und Gemeinden, die Arbeitsagentur Detmold, das Jobcenter Lippe, den Abfallwirtschaftsverband Lippe sowie die Netzwerk Lippe gGmbH und nicht zuletzt durch Industrieunternehmen und Privatleute.

Vom sozialen Traum zum anerkannten Leistungsbetrieb

Dass die AGA einmal ein so vielfältiges Leistungsspektrum anbieten könnte, hatten sich wohl selbst ihre Gründerväter nicht träumen lassen. Als im November 1987 der Verein unter dem Namen „AgA e. V.“ aus der Taufe gehoben wurde, stand ein großes Ziel im Fokus: Man wollte psychisch erkrankten Menschen auf lokaler Ebene eine sinnvolle Beschäftigung und eine Teilhabe am Berufsleben ermöglichen, um ihnen Selbstbestätigung zu geben und ihre Genesung zu fördern. „Reintegration durch Arbeit“ hieß das Prinzip, für das sich damals unter anderem der ärztliche Leiter der Westfälischen Klinik für Psychiatrie in Gütersloh, Prof. Dr. med. Klaus Dörner, stark machte. In Detmold fanden sich schließlich engagierte Personen aus der Behindertenarbeit und Angehörige von psychisch erkrankten Menschen zur Vereinsgründung zusammen. Den ersten Vorstand bildeten der damalige DGB-Kreisvorsitzende Hermann Hibbeler, Dr. med. Hans Joachim Kronibus, Neurologe an der Tagesklinik Detmold, sowie der Sozialwissenschaftler Dr. Stefan Domscheidt von der Lebenshilfe Detmold e. V.

Die AGA konnte sich von Beginn an auf die Hilfe zuverlässiger Förderer aus Politik und Wirtschaft stützen. Bereits 1988 bot die Stadt Detmold dem Verein den alten Bauernhof an der Orbker Straße zur Pacht an. Dort errichtete die AGA nach einigen Umbauarbeiten ihr festes Domizil. Der „Orbker Hof“ machte bald auch als Kultur- und Begegnungsstätte mit viel beachteten Jazz- und Blues-Konzerten von sich reden. Der erste große Auftraggeber und damit „Geburtshelfer“ für die Arbeit der AGA in der Industriemontage war Peter Gläsel, Inhaber des Detmolder Unternehmens Weidmüller. Heute fertigt die AGA vor allem für Phoenix Contact mit Sitz in Blomberg und Bad Pyrmont. Ein weiteres Betätigungsfeld ergab sich im Zuge der heftigen gesellschaftlichen Debatten um Ozonloch und FCKW gegen Ende der 1980er Jahre: Aus einem anfänglich kleinen Entsorgungsservice für FCKW-belastete Kühlschränke und andere Elektrogeräte konnte die AGA später den Sperrmülldienst entwickeln – zunächst begrenzt auf einen Ortsteil von Detmold, ab Mitte der 1990er Jahre dann im gesamten Kreis Lippe.

Qualitätsarbeit für die Region

Diese Expansion des Geschäfts machte große Veränderungen nötig: Nach Übernahme der kompletten Sperrmüllentsorgung für den Kreis Lippe 1996 konnte ein ehrenamtlich geführter Verein die Aufgaben einfach nicht mehr bewältigen. Große Sorgen bereitete damals auch die schwierige Finanzlage. Um die AGA wirtschaftlich auf sichere Beine zu stellen und weiter zu entwickeln, musste eine neue Struktur geschaffen werden. So entstand im Jahr 2000 neben dem „AgA e. V.“ die gemeinnützige „AGA gGmbH“ mit dem Verein als einzigem Gesellschafter.

Als Integrationsunternehmen, dessen Belegschaft zwischen 25 bis 50% aus Schwerbehinderten bestehen muss, hat sich die AGA seitdem als anerkannte und überparteiliche Einrichtung im Kreis Lippe etabliert. Sie wird von einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens in der Region getragen. Über 100 Mitarbeiter werden derzeit beschäftigt, davon 47 im Bereich Recycling, 41 in den Industriemontagen und 20 im Bereich Umweltprojekte. Dazu kommen fünf Mitarbeiter in der Verwaltung sowie zwei Geschäftsführer. Zahlreiche Mitarbeiter – auch Schwerbehinderte – konnten im Laufe der Jahre aus arbeitsmarktpolitischen Fördermaßnahmen bei der AGA in unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse übernommen werden. Jedes Teammitglied wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und leistet einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des Unternehmens. Im Unterschied zu den Werkstätten für behinderte Menschen ist die AGA mit ihren Mitarbeitern am allgemeinen Arbeitsmarkt aktiv. Das heißt: Sie steht im wirtschaftlichen Wettbewerb mit anderen Unternehmen, arbeitet marktorientiert und geht reguläre Arbeitsverhältnisse ein. Als gemeinnützige GmbH investiert die AGA ihre Gewinne vollständig zurück ins Unternehmen, um so die Arbeitsplätze zu sichern.

Soziale Marktwirtschaft im besten Sinne

Arbeit, Qualifizierung und sozialpädagogische Begleitung sind die drei Leitsätze der AGA. Die Gesellschaft verbindet heute soziales Engagement mit dem nötigen ökonomischen Denken. „Wir bieten unseren Kunden durchweg eine hohe Servicequalität. Als ‚Gemischtwarenladen‘ mit mehreren Geschäftsfeldern sind wir derzeit finanziell solide aufgestellt und tragen uns selbst“, betonen die beiden AGA-Geschäftsführer Jens Fillies und Paul Meier nicht ohne Stolz. Meier, ein pensionierter Banker, ist seit 13 Jahren in der AGA aktiv. Mit seinem professionellen Know-how hat er die Gemeinschaft durch die stürmischen Zeiten der Umstrukturierung geführt. Jens Fillies kam im Jahr 2001 von den Detmolder Städtischen Betrieben als Geschäftsführer zur AGA und hat seitdem die geschäftliche Entwicklung ebenso tatkräftig wie erfolgreich unterstützt.

Der Erfolg gibt Fillies und Meier Recht. Doch beide wissen auch, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unerwartet wieder ändern können. Mit den Folgen politischer Entscheidungen hat die AGA bereits schmerzliche Erfahrungen gemacht: Anfang 2006 war man gezwungen, die Demontage von Elektro- und Elektronikgeräten aufzugeben. Grund war die Einführung des „Elektroaltgerätegesetzes“, mit dem die Hersteller verpflichtet wurden, ihre Produkte direkt zurück zu nehmen. Fillies erinnert sich ungern an diesen Umbruch: „Durch diese Änderung haben damals 15 unserer Mitarbeiter ihre sicher geglaubten Arbeitsplätze verloren.“ Und er ergänzt: „Auch wenn das Unternehmen heute wieder gut aufgestellt ist, können wir uns nicht einfach zurücklehnen. Um in Zukunft erfolgreich zu bleiben, müssen wir nach neuen Geschäftsfeldern Ausschau halten und uns technisch stetig weiter entwickeln.“

Ein neues Arbeitsfeld ist gerade in Planung: Im Rahmen des „Modellprojekts Bürgerarbeit“ wird die AGA gemeinsam mit der Caritas neue Mitarbeiter schulen, die später Energiesparberatungen für einkommensschwache Privathaushalte im Kreis Lippe durchführen. Fillies: „Das ist ein Beitrag für den Umweltschutz und für die Gesellschaft, denn mit dieser Maßnahme werden wieder elf neue Arbeitsplätze geschaffen.“


Bildunterschriften
aand1201_b1: Logo der Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA) – Grafik: AGA

aand1201_b2: Die AGA wird 25: AGA-Gelände an der Orbker Straße 75 in Detmold. - Foto: Thorsten Arend, Münster

aand1203_b3: Luftansicht des AGA-Geländes mit Recyclinghof an der Orbker Straße 75 in Detmold. – Foto: AGA

aand1203_b4: AGA-Geschäftsführer Jens Fillies (links) mit zwei Beschäftigten des Bereichs Industriemontagen (Mitte: Monika Dämmrich, rechts: Heinz Kerner) – Foto: Thorsten Arendt, Münster


 


 

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