Leichtbauoffensive OWL
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Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Fachbereich Produktion und Wirtschaft
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Datum 10 / 2011
Mandant Leichtbauoffensive OWL
Kategorie Presse-Information
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lbnd1104_b1: 20 Experten aus Forschung und Industrie informierten sich bei der Sitzung des „Technischen Ausschusses igeL“ am 5. Oktober in Lemgo. - Foto: Leichtbauoffensive OWL
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lbnd1104_b2: Zum neuen Leiter des Technischen Ausschusses igeL e.V. wurde Peter Kettler ernannt. - Foto: Peter Kettler
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lbnd1104_b3: Sitzung des Technischen Ausschusses am 5. Oktober in Lemgo: v.l.n.r.: Jens Lüskow, Peter Kettler, Prof. Martin Stosch, Nils Kenter, Constanze Kiwitt, Torben Hellmann - Foto: Leichtbauoffensive OWL
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Aktive Arbeit für den Fortschritt im Möbelleichtbau
Peter Kettler neuer Leiter des „Technischen Ausschusses igeL e.V.“

Am 5. Oktober traf sich der Technische Ausschuss der igeL – Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (www.igel-ev.net) an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo zu seiner zweiten Jahressitzung. Gastgeber war das Team der Leichtbauoffensive OWL (Lemgo). 20 Branchenexperten aus Forschung und Industrie informierten sich während der Sitzung ausführlich über die neuesten Arbeitsergebnisse im Bereich Möbelleichtbau. Zum neuen Leiter des Technischen Ausschusses wurde Peter Kettler ernannt.

In der Interessengemeinschaft Leichtbau „igeL“ arbeiten Forschungsinstitute und Industrieunternehmen mit Leichtbaukompetenz aus der gesamten Wertschöpfungskette gemeinsam an der Weiterentwicklung des Möbelleichtbaus. Seit eineinhalb Jahren unterstützt die „Leichtbauoffensive OWL“ den igeL dazu in vielen Bereichen. Das Projekt wurde von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit dem igeL initiiert. Themenschwerpunkt der Sitzung am 5. Oktober waren eine Bestandsaufnahme der bisherigen technischen Arbeit der Leichtbauoffensive OWL und ein Ausblick auf die weiteren Projektschritte.

Peter Kettler: Verstärkt für den Leichtbau werben

Einstimmig wählten die Teilnehmer Peter Kettler (Büro Kettler Consulting & Engineering, Ense) zum neuen Leiter des „Technischen Ausschusses igeL e.V.“. Kettler verfügt über langjährige praktische Erfahrungen im Bereich Möbelleichtbau und ist hier sehr gut vernetzt. Er geht mit Elan an seine neue Aufgabe und will sich als aktiver Botschafter für die Leichtbauidee einsetzen. Sein Ziel ist es, die Entwicklung von Möbelleichtbau-Konzepten erfolgreich voran zu treiben und vor allem dafür zu sorgen, dass diese gemeinschaftliche Aufgabe auch nach Ende der offiziellen Förderphase des Projekts kontinuierlich fortgeführt wird. Kettlers Appell an die Branchenvertreter: „Es muss uns gelingen, den Möbelherstellern ausgereifte Produkte anzubieten, die mit eigenen Mitteln einsetzbar und auch preislich interessant sind. Hier lässt sich über unsere gemeinsame Entwicklungsarbeit im Technischen Ausschuss viel erreichen.“

Dass die Entwicklungsarbeit in der Zwischenzeit schon erfreulich weit vorangeschritten ist, konnten die Branchenexperten in den Präsentationen des Teams der Leichtbauoffensive OWL erfahren:

"llightweight.manufacturing“ – Fehler früh entdecken und vermeiden

Am Standort Lemgo der Hochschule Ostwestfalen-Lippe bearbeitet das Team der „Leichtbauoffensive OWL“ ein umfangreiches Programm zur Grundlagenforschung für den Möbelleichtbau. Seit August neu mit dabei und zuständig für das Projektmodul "lightweight.manufacturing“ (Verarbeitung), ist Constanze Kiwitt. Sie stellte die ersten Untersuchungsansätze im Rahmen der sogenannten „FMEA“ („Failure Mode and Effects Analysis) - Methode vor. Diese Fehlermöglichkeiten- und Einflussanalyse wird an der Hochschule OWL derzeit für verschiedene Werkstoffe durchgeführt.

Die FMEA ist sehr aufwändig, bietet jedoch ein wirksames Instrument zur Qualitätssicherung von Werkstoffen. Aufgabe ist das systematische Sammeln von Daten über Fehlerzusammenhänge für einzelne Produkte und Prozesse. Mögliche Fehler können in den frühzeitig erkannt und eingeschätzt werden. Der Nutzen für die Branche liegt auf der Hand: Rechtzeitige Fehlervermeidung schützt den Hersteller oder Verarbeiter vor bösen und teuren Überraschungen und trägt zur Sicherheit bei der Werkstoffverwendung bei. Weitere Ziele des „lightweight.manufacturing“ bestehen in der Klassifizierung der verschiedenen Werkstoffe, der Einschätzung der Verarbeitbarkeit und der Ermittlung der Prozessfähigkeiten. Schließlich wird eine stabile und prozesssichere Verarbeitung von Leichtbauplatten angestrebt.

Constanze Kiwitt erläuterte den Teilnehmern das Vorgehen am Extrem-Beispiel einer riegellosen 4mm-Wabenplatte. Wie wahrscheinlich ist es, dass bei der Verarbeitung ein bestimmter Fehler auftritt, wie relevant ist er, wo kann er auftreten, wie kann er entdeckt werden – und am wichtigsten: Wie kann er abgestellt werden? Als mögliche Fehlerquellen in der Praxis nannte Constanze Kiwitt Fehleinstellungen der Maschine, stumpfe oder ungeeignete Werkzeuge, zu hoher Druck beim Bekanten, schlechte Werkstückauflage, mangelnde Fixierung, zu hohe Vorschubgeschwindigkeit oder unzureichende Spanabfuhr. Das Gros der Fehler, so Kiwitt in einem ersten Fazit, lässt sich durch passendes Werkzeug und eine gute Einweisung der Mitarbeiter vermeiden.

Die erste Projektphase von „lightweight.manufacturing“ läuft bis zum Frühjahr 2012, dann soll die Klassifizierung der Leichtbau-Werkstoffe abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden im Mai 2012 auf dem internationalen Möbelleichtbau-Symposium der Offensive vorgestellt. Die zweite Projektphase läuft dann bis November 2012. Constanze Kiwitt warb bei den Branchenteilnehmern zur aktiven Mitarbeit in einer neuen Arbeitsgruppe zur „Prozesssicherheit“. Am 13. Januar 2012 wird dazu an der Hochschule OWL in Lemgo ein spezieller Workshop stattfinden.

igeL-Erfolg: Normungsarbeit geht zügig voran

Ein weiteres zentrales Projektmodul ist „lightweight.technology“, das sich mit Qualität und Normung befasst: Hier werden geeignete Prüfverfahren und mechanische Modelle erarbeitet, die zur Erstellung von technischen Merkblättern für Werkstoffe im Möbelleichtbau führen sollen. Jens Lüskow berichtete zum Stand der laufenden Normungsverfahren zur Standardisierung von Sandwichplatten für Möbel. Die igeL-Mitglieder unterstützen hier zusammen mit der Leichtbauoffensive OWL aktiv die Arbeit der Normungsgremien.

Bereits in diesem Herbst wird nach nur einem Jahr Vorarbeit die formelle Abstimmung zur Annahme der Entwurfsvorlage „pr.CEN/TS“ und zu ihrer Überführung in eine Technische Spezifikation „CEN/TS“ stattfinden. Diese CEN/TS wird für sechs Jahre gültig sein, nach drei Jahren ist sie noch einmal zu prüfen und zu bestätigen. Jens Lüskow betonte, man strebe an, die CEN/TS schon innerhalb der ersten drei Jahre auch in eine EU-Norm mit bleibender Verbindlichkeit zu überführen. igeL-Vorstand Martin Stosch ergänzte zum laufenden Verfahren: „Die Normungsarbeit hat eine unglaubliche Dynamik entwickelt. Das nationale Prüfkomitee hat uns versichert, dass dort noch nie so schnell ein Arbeitspapier erstellt worden ist. Das ist ein schönes Lob für unsere gemeinsame Arbeit und natürlich ein toller Erfolg für den igeL.“

Stoffstromanalyse: Wie steht es mit der CO2-Bilanz?

Ein anderer Baustein des Projekts Leichtbauoffensive OWL ist die Stoffstromanalyse unter der Überschrift „lightweight.ecology“. Hier soll die Frage geklärt werden, inwieweit der Leichtbau die Erzeugung klimaschädlicher Gase vermindert und damit relevante Änderungen in der Gesamt-CO2-Bilanz erwirken kann. In Abstimmung mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) werden seit Sommer 2011 Stoffstromanalysen in der dortigen Zentralabteilung für Technikbedingte Stoffströme (ITAS-ZTS) durchgeführt. Auch diese Ergebnisse werden im Mai 2012 offiziell vorgestellt.

Delphistudie und Conjoint-Analyse: Die Akzeptanz im Markt erhöhen

Um die Entwicklung und Vermarktung von Leichtbauprodukten in die richtigen Bahnen zu lenken, wurde in diesem Jahr unter dem Titel „lightweight.future 2020“ eine dreistufige Expertenbefragung durchgeführt. Die breit angelegte „Delphistudie“ brachte verschiedenste Akteure aus Industrie, Handel, Dienstleistung, Wissenschaft und politischen Institutionen zum Gedankenaustausch an einen virtuellen Tisch. Das Projektteam unter Leitung von Niels Kenter wird daraus neue Erkenntnisse zur technologischen und marktseitigen Situation sowie zu den Entwicklungspotenzialen des Möbelleichtbaus ableiten. Die Ergebnisse der Delphistudie werden danach in einer „Conjoint-Analyse“ unter dem Projekttitel „lightweight.market“ weiter genutzt, die noch in diesem Jahr startet. Es werden entscheidende Produktmerkmale für Leichtbaumöbel herausgearbeitet, die zu einer positiven Kaufentscheidung beim Kunden führen sollen. Deren Akzeptanz wird in Relation zur konventionellen Bauweise direkt am „Point of Sale“ in zahlreichen Kundeninterviews gemessen.

Mit Leichtbau kreativ gegen die Holzverknappung

In der Abschlusspräsentation des Sitzungstages informierte Torben Hellmann, Projektmanager der Leichtbauoffensive OWL, in seinem Vortrag „Wald versus Wabe“ über die globalen Entwicklungen am Ressourcenmarkt. Ein Fazit: In den nächsten Jahren wird durch eine extrem schnelle Abnahme der weltweiten Waldflächen die Verfügbarkeit von Holz für den Möbelbau rapide abnehmen und die Preise werden steigen. Die deutsche Möbelbranche wird sich also gegen eine zunehmende Konkurrenz von mächtigen Marktakteuren wie Energiekonzernen oder der Papierindustrie oder den rasant wachsenden Ländern wie China und Indien behaupten müssen. Intelligenter Möbelleichtbau bietet hier eine große Chance, der Möbelwirtschaft auch in Zukunft das Überleben zu sichern.


Die nächste Sitzung des Technischen Ausschusses wird im Februar 2012 stattfinden. Auf dem zweiten internationalen Möbelleichtbau-Symposium der Leichtbauoffensive OWL am 23. und 24. Mai 2012 in Lemgo kann sich die Branche dann aus erster Hand über die Ergebnisse der kompletten Projektarbeit informieren.


http://www.igel-ev.net/de/leichtbauoffensive_owl/



Bildunterschriften:

lbnd1104_b1: 20 Experten aus Forschung und Industrie informierten sich bei der Sitzung des „Technischen Ausschusses igeL“ am 5. Oktober in Lemgo. - Foto: Leichtbauoffensive OWL

lbnd1104_b2: Zum neuen Leiter des Technischen Ausschusses igeL e.V. wurde Peter Kettler ernannt. - Foto: Peter Kettler

lbnd1104_b3: Sitzung des Technischen Ausschusses am 5. Oktober in Lemgo: v.l.n.r.: Jens Lüskow, Peter Kettler, Prof. Martin Stosch, Nils Kenter, Constanze Kiwitt, Torben Hellmann - Foto: Leichtbauoffensive OWL

Leichtbauoffensive OWL
Die Leichtbauoffensive OWL (Lemgo) ist ein Projekt der Hochschule OWL (Lemgo) mit der Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL, Lemgo und Herford). Sie widmet sich fachübergreifend der Erforschung, Entwicklung und Förderung von intelligenten Leichtbaulösungen sowie der Normungsarbeit. Zu den zahlreichen Aktivitäten der Offensive gehört die Veranstaltungsreihe „Leichtbauoffensive OWL on Tour“.


http://www.igel-ev.net/de/leichtbauoffensive_owl/

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[17.06.2010]