Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL)
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Datum 02 / 2011
Mandant Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL)
Kategorie Presse-Information
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igeL-Pressekonferenz (Interessengemeinschaft Leichtbau e.V.) am 18.1.2011, imm cologne
Statement Dr. Lucas Heumann, stellv. Vorsitzender Interessengemeinschaft Leichtbau (igeL) e. V.

Leichtbau: Innovation und Chance für die Möbelindustrie

Meine Damen und Herren,

erlauben Sie mir, zu Beginn dieser Pressekonferenz einige Ausführungen zu machen zum Stellenwert des Themas Leichtbau für die gesamte Möbelbranche.

Dabei möchte ich das ganz bewusst in einem größeren wirtschaftlichen Zusammenhang darstellen. Seit der Jahrtausendwende vollziehen sich auch in der Möbelbranche gravierende strukturelle Veränderungen im Zeichen einer weltweiten Globalisierung.

Neue Märkte in immer entfernteren Regionen werden erschlossen und im Lichte einer dort bestehenden, weit überdurchschnittlichen Wachstumsentwicklung zu Motoren für die gesamte Branche. Gobalisierung ist allerdings keine Einbahnstraße: Von diesen selben Märkten rücken zunehmend leistungsfähige und wettbewerbsfähige Akteure auf die etablierten, z. B. europäischen Märkte.

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft ist dafür das prägnanteste Beispiel. Ende der 90er Jahre war China noch ein faktisch unbedeutender Marktteilnehmer in der Möbelbranche. In der Statistik der Importeure von Möbeln nach Deutschland nahm China 1997 unter ferner liefen noch den 19. Platz ein. In den folgenden Jahren hat sich allerdings die chinesische Möbelindustrie zu einer der führenden Branchen weltweit entwickelt. Jahr für Jahr wuchsen die Exporte der chinesischen Möbelindustrie z. B. nach Deutschland in zweistelliger Höhe; heute – Stand 2009 – ist die chinesische Möbelindustrie nach Polen der zweitwichtigste Importeur von Möbeln nach Deutschland, lange vor Italien und anderen mittel- und europäischen Staaten. Und China ist kein Einzelfall. Andere Möbelbranchen drängen ebenfalls auf die attraktiven Märkte Westeuropas und machen damit der heimischen Industrie zunehmend Konkurrenz.

Dabei profitieren diese Möbelbranchen aus den asiatischen Wachstumsmärkten von einer Reihe von strategischen und wirtschaftlichen Vorteilen: Das gilt für die deutlich günstigeren Arbeitskosten, die sich gerade in lohnintensiven Produktionsabschnitten besonders auswirken. Dasselbe gilt für Transportkosten, die insbesondere durch die Entwicklung des Container-Schiffsverkehrs Entfernungen zunehmend ohne gravierende Kostensteigerungen überbrückbar machen. Einer der Faktoren, von denen Hersteller in den asiatischen Wachstumsmärkten profitieren, ist auch die zunehmende Austauschbarkeit von Produkten, einerseits erzeugt durch die Nutzung gleicher Maschinen und identischer Zulieferteile, anderseits begleitet durch die Unsitte der Plagiatierung.






Wenn die heimischen Möbelindustrien trotz dieses zunehmenden Wettbewerbs insbesondere aus Asien Wachstumsperspektiven erhalten wollen, müssen sie ihre Erfolgsfaktoren erkennen und konsequent umsetzen: Einer der Erfolgsfaktoren ist der hohe logistische Standard bundesdeutscher Produktion und Ausfertigung, die weltweit ihresgleichen sucht. In keiner Möbelbranche weltweit werden Anforderungen an Qualität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit so groß geschrieben wie bei uns. Auch in Sachen Service braucht die deutsche Möbelindustrie den Vergleich mit keiner anderen Konkurrenznation zu scheuen.

Schließlich unterstützt die deutsche Möbelindustrie ihre Handelspartner durch umfassende Marketinginstrumente, was sie ebenfalls von Konkurrenten insbesondere aus Schwellenländern unterscheidet. Erforderlich ist aber auch ein permanenter Innovationszyklus der Branche. Das Wort Innovation muss dabei in zweifacher Weise verstanden werden: Die deutsche Möbelindustrie muss bei der Fertigung von Produkten den Schulterschluss mit Maschinenherstellern, Dienstleistern und Zulieferern und damit ein Höchstmaß an Produktivität realisieren.

Ebenso erforderlich ist allerdings die Produktinnovation selbst, bei der in Zukunft die Definition neuer Werkstoffe und die Verknüpfung unterschiedlicher Werkstoffe beim Design und bei der Definition von Produkten eine wachsende Bedeutung einnehmen wird. Eine der wegweisenden Technologien wird hier gerade der Leichtbau sein. Das Gewicht und die damit verbundenen unschätzbaren Vorteile sowohl bei Transport als auch bei der Auslieferung von aus Leichtbau gefertigten Produkten ist nur ein kleiner Faktor für die Perspektiven von Leichtbauprodukten.

Ein weiterer Faktor ist die die Möglichkeit, Funktionen etwa im elektronischen Bereich in Leichtbauelementen zu integrieren. Langfristig ermöglicht Leichtbau auch Stecksysteme nicht nur von Möbelteilen selbst, sondern zwischen Möbeln und baulichen Einheiten, etwa im Sanitär- oder Küchenbereich.

Schließlich ermöglicht Leichtbau aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften auch gänzlich neue Designfelder. All dies möchten wir während dieser internationalen Möbelmesse in Köln auf einem Messestand anhand von Prototypen aus drei Bereichen realisieren. Möglich war dies durch eine großzügige Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen einerseits und der koelnmesse andererseits. Das Land Nordrhein-Westfalen betont damit die besondere Stellung der Möbelindustrie in dieser Region.

Die koelnmesse bestätigt sich erneut nicht nur als Standort einer der weltweit wichtigsten Möbelmessen, sondern auch als Partner für innovative Konzepte der Möbelbranche. Dafür möchten wir zunächst ausdrücklich Dank sagen. Wir, das sind die Mitglieder und der Vorstand der Interessensgemeinschaft Leichtbau, eine Organisation, die jetzt Herr Dr. Frank als ihr stv. Vorsitzender in Vertretung von Herrn Prof. Stosch, der leider erkrankt ist, vorstellen wird.

Im dritten Teil der Pressekonferenz wird dann Herr Goecke, der geistige Urheber sowohl der Möbel selbst als auch der Standkonzeption beides vorstellen unter der Überschrift „die Leichtigkeit des Designs“.

Dr. Lucas Heumann, stellv. Vorsitzender Interessengemeinschaft Leichtbau (igeL) e. V.

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